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Eine Nacht im Dschungel Sumatras

Die Abenteuerlust war geweckt, als ich gelesen habe, dass es in Sumatra die Möglichkeit gibt eine Dschungelwanderung mit Übernachtung zu buchen. Sumatra ist (neben Borneo) einer von 2 Orten weltweit an denen man noch freilebende Orang-Utans sehen kann. Gesagt – getan – wir haben eine 2-tägige Dschungelwanderung gebucht.


Eine kurze Anekdote noch zu unserem Trekking-Guide Lely, bevor ich dann von der Wanderung selbst berichte. Als wir nach Sumatra angereist sind, kamen wir erst abends am Flughafen mit Verspätung an. Draußen war es schon dunkel und es hat geschüttet. Vom Flughafen aus hatten wir noch eine Taxifahrt von ca. 3 Stunden bis zum Hotel vor uns. Wir waren nach dem Flug schon sehr müde und die Autofahrt so spät abends (der Fahrer war extrem flott unterwegs in Anbetracht der Dunkelheit und des Wetters) hat uns dann den Rest gegeben. Ungefähr um 2 in der Früh sind wir dann schlussendlich beim Hotel angekommen.


Total müde haben wir uns aus dem Auto geschleppt und wollten nur noch in unser Zimmer. Als wir ausstiegen und zum Rezeptionsbereich gingen, wurden wir von 3 Männern empfangen. Wir waren etwas irritiert, dass um 2 Uhr Früh noch so viele Leute wach sind, um uns "Hallo" zu sagen, aber haben es nicht wirklich hinterfragt. Dann hat einer der drei Männern, Lely, begonnen uns zu erzählen, dass er nicht zum Hotel gehört, sondern unser Guide vom Dschungeltrekking sei und extra hergekommen ist, um uns die Infos für das Trekking zu geben. Er war super gut drauf, hat uns angelächelt und meinte wir sollen uns doch bitte hinsetzen und er erzählt uns alles in Ruhe, was wir zu erwarten haben, was wir mitnehmen sollen und sonstige nützliche Hinweise. Als wir uns keinen Zentimeter von der Stelle bewegten und ihn nur entgeistert angesehen haben, hat er gemerkt, dass es wohl nicht so ganz der beste Zeitpunkt ist, um noch Informationen aufzunehmen. Er hat uns angelächelt, uns eine gute Nacht gewünscht und war dann am nächsten Tag pünktlich zum Frühstück wieder da, um seine Informationen endlich teilen zu können.


Die Wanderung startete dann wiederum am Folgetag gemütlich um 9 Uhr in der Früh, also konnte man in Ruhe noch ausschlafen und frühstücken. Wir wurden dann von unserem Guide Lely mit einem Tuk-Tuk abgeholt, welches uns zu einem Treffpunkt gebracht hat, an dem wir die anderen Teilnehmenden der Trecking-Tour kennenlernten. Insgesamt bestand unsere Gruppe aus 5 Touristen und 2 Tour-Guides.


Ungefähr um 10 startete unsere Wanderung. Es ging recht gemütlich flach los, wir gingen über eine Brücke und einen Fluss entlang, bis wir schließlich in ein bereits dichtes bewachsenes Gebiet kamen wo dann „die richtige Wanderung“ mit vielen Bergauf-Passagen los ging. Gleich zu Beginn der Wanderung haben wir einen Waran bei einem Teich gesehen, also es ging schon super los.


Unsere 2 Guides teilten sich so auf, dass ein Guide immer etwas vorausging, um nachzusehen, ob er Orang-Utans sieht, um uns dann zum richtigen Ort zu lotsen. Wir hatten sehr viel Glück und bereits nach kurzer Zeit haben wir einen Orang-Utan weit oben bei den Baumkronen gesehen. Er ist sehr lange dort verharrt bzw. nur zu den nächstgelegenen Bäumen weiter geklettert. Es hat fast so gewirkt, als würde er uns beobachten. Nach ungefähr 10 Minuten ist er dann elegant von einem Baum zum nächsten geklettert und in der Ferne verschwunden.



Kurz später haben wir einen weiteren Orang-Utan mit einem Jungtier zusammen gesehen. Die Mutter hat das Jungtier teilweise an dem Arm genommen und ist so mit ihm von einem Baum zum nächsten. Es war super die Beiden zu beobachten.


Unsere beiden Guides hatten beide große volle Rücksäcke mit und bei der ersten Pause habe ich auch verstanden warum. Sie hatten ein sehr reichhaltiges Essen für uns mitgenommen. Es gab ganz viele verschiedene Früchte als Snack zwischendurch und ein vollwertiges Mittagessen.


An diesem Tag sind wir ungefähr 6 Stunden gewandert. Zwischendurch haben wir neben Orang-Utans auch andere Affen wie zum Beispiel den Thomas Monkey (oder auch funky monkey aufgrund seiner Frisur genannt) gesehen. Diese waren sehr zutraulich und daher konnten wir sie eine ganze Zeit lang beobachten, wie sie die Früchtereste von einer anderen Touristengruppe durchstöberten.


Unser Ziel für den ersten Tag war das Camp am Fluss, welches wir dann ungefähr um 16:30 erreichten. Die Unterkunft bestand aus Planen, Gummimatten als Matratzen und Pölster/Decken. Gewaschen hat man sich im Fluss und die Toilette war die „bush toilette“.



Da der Tag sehr anstrengend war und wir komplett verschwitzt waren, haben wir uns im Fluss eine etwas tiefere Stelle gesucht und uns einmal abgekühlt. Außerhalb des Schlafbereichs im Camp gab es noch 2 große Matten, das war quasi der Gemeinschaftsbereich. Hier haben wir uns mit Tee und Keksen gestärkt. Die Guides hatten dort auch eine spärlich eingerichtete Küche, in welcher sie uns Quellwasser für Trinkwasser abgekocht haben, sowie Essen zubereitet haben. Das Abendessen war abwechslungsreich und sehr gut – ich habe keine Vorstellung, wie es möglich war mitten im Nirgendwo so ein gutes reichhaltiges Essen zu zaubern.


Kurz nach dem Abendessen, gerade als wir beim Fluss gestanden sind, um Zähne zu putzen, hat es begonnen unglaublich stark zu schütten. Der starke Regen hat viele Stunden angedauert und ich habe einfach nur gehofft, dass die Plane, unter der wir gelegen sind, dicht bleibt und dass ich in der Nacht nicht aufs WC muss (Dschungel und Dunkelheit und starker Regen – keine gute Kombination!). Aber das Wetter hat dieses Abendteuer auch irgendwie nochmal ein Stückchen spannender gemacht – es war eine ganz einzigartige Stimmung mitten im Nirgendwo mit diesen gewaltigen Wassermassen, die vom Himmel herunterbrechen.


Ich weiß nicht, wann der Regen genau aufgehört hat, weil irgendwann konnte ich dann doch einschlafen, aber am nächsten Tag in der Früh war es zum Glück wieder trocken und wir konnten draußen unser Frühstück genießen. Kurz darauf haben wir unser Zeug zusammengepackt und sind wieder losmarschiert.


Es ging gleich wieder eine ganze Zeit lang steil bergauf und somit haben wir auch gleich die frischen T-Shirts wieder komplett durchgeschwitzt. Eine Belohnung kam dann gerade zum richtigen Zeitpunkt, nämlich als uns schon die Kräfte verließen, weil das Bergauf-Stück kein Ende nehmen wollte. Auf einem Baum direkt neben unserem Weg saß ein Chamäleon. Es blieb zum Glück geduldig sitzen und ließ sich von allen fotografieren. 😊


Die Wanderung am zweiten Tag dauerte ungefähr 4 Stunden und an diesem Tag haben wir Black Gibbons gesehen. Die Laute von ihnen hatten wir schon am Vortag des Öfteren gehört, aber nun bekamen wir sie auch tatsächlich zu Gesicht. Einem konnten wir zuschauen, wie er mit einem Arm gemütlich am Ast hängt und mit dem anderen Arm in einer Seelenruhe frisst.


Wir beendeten die Wanderung am 2. Tag bei einem Fluss. Von dort aus rafteten wir flussabwärts zurück in den Ort unserer Hotels. Es war ein sehr lustiges Ende der Wanderung und da wir bereits schweißgebadet waren, war es eine super Erfrischung. Ein Tuk-Tuk brachte uns zurück ins Hotel und das war das Ende von 2 sehr ereignisreichen Tagen im Dschungel.



Welche spannenden Übernachtungserfahrungen konntet ihr schon einmal sammeln? 😊

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2 Kommentare


Als ich die Geschichte über euren Anreisetag las, musste ich herzlich lachen 😄. Ich konnte mir eure Gesichter so richtig lebhaft vorstellen. Eure Tour klingt wirklich sehr abenteuerlich, die Übernachtung muss ja besonders gemütlich gewesen sein 😉. Aber solche Erlebnisse bleiben halt auch in Erinnerung. Du kannst nach deiner Reise einen Reiseführer über Asien schreiben. Deine Berichte sind wirklich ganz wunderbar! ☺️

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JW
JW
16. Nov. 2023
Antwort an

Vielen Dank das motiviert mich gleich zusätzlich weiterzuschreiben :)

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