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Mein erster Surf-Tag überhaupt in Uluwatu, Bali

Im Laufe meiner Reise wollte ich die Chance nutzen, um einen Sport auszuprobieren, von welchem so viele Leute schwärmen: Surfen. Nun ist die Zeit dafür gekommen und ich habe mir eine super Unterkunft dafür ausgesucht – das Rapture Surfcamp in Padang. Hier ist man in einer wunderschönen Anlage untergebracht und kann jeden Tag Yoga machen und natürlich Surfen. Die meisten Gäste hier sind Alleinreisende, die aus verschiedensten (meist europäischen) Ländern kommen und ganz unterschiedliche Surf-Erfahrungen haben.


Nach der 1. Nacht im Camp war es so weit – um 05:30 in der Früh starteten wir Richtung Dreamland Beach. Nach einer kurzen Autofahrt nahm jeder sein zugeteiltes Surfbrett und wir spazierten noch ein paar Minuten zum Strand hinunter. Der Strand war bis auf einzelne Surfer noch menschenleer. Wir gingen bis zur Mitte des Strandes, platzierten unsere Surf-Boards nebeneinander und bekamen eine allgemeine Einweisung. Wir sprachen darüber, welche Art von Wellen wir an diesem Strand vorfinden und an welcher Stelle wir am besten rauspaddeln sollten.


Anschließend wurden wir je nach Level in kleine Gruppen eingeteilt. Ich war gemeinsam mit einer deutschen Reisenden nur zu zweit in einer Gruppe und unser Surf-Coach Nick zeigte uns die absoluten Basics am Strand. Hier lernten wir wie man auf dem Surf-Board liegt, wie man paddelt und wie man aufsteht. Wir übten diese Bewegungsabfolge unzählige Male. Bereits jetzt war es super anstrengend für mich, gerade im Bereich des unteren Rückens, weil man während dem Paddeln den Oberkörper immer etwas aufgerichtet haben muss.


Als Nick befunden hat, dass wir die Bewegungsabfolge ganz gut verinnerlicht haben, ging es schon ins Wasser. Bereits der Start war sehr aufregend – wir waren erst kniehoch im Wasser mit unseren Boards unterm Arm als recht hohe Wellen auf uns hereingebrochen kamen. Nick hat uns Anweisungen gegeben und wir haben uns je nach Wellengang ein paar Schritte vorwärts oder rückwärts bewegt. Nach einigen Minuten gab es dann eine Chance endlich rauszupaddeln – wir stürzten uns auf die Boards und starteten mit dem Paddeln so wie wir es am Strand gelernt hatten. Das Salzwasser spritzte mir ins Gesicht, aber ich versuchte mich nicht ablenkten zu lassen und folgte Nick bestmöglich. Als wir dann etwas rausgepaddelt waren, hat uns Nick eingewiesen – eine Person sollte auf diesem Platz warten, während die andere Person mit ihm mitkam und die ersten Versuche unternahm, um eine Welle zu bekommen und aufzustehen.


Ich kam gleich mit ihm mit und wir paddelten wieder ein Stück Richtung Strand zurück, auf eine Höhe wo es anscheinend optimal war, um Wellen zu bekommen. Nick hielt mein Surfboard fest und instruierte mich – wenn er sagte „paddle“ sollte ich mit aller Kraft, die ich hatte, lospaddeln und wenn er mir dann „up“ zuruft, dann sollte ich versuchen aufzustehen. Als die erste passende Welle kam und er mein Board losließ, paddelte ich los. Ich war so überwältigt von der Kraft der Welle, dass ich gar nicht dazugekommen bin aufzustehen – nach dem Paddeln hat mich die Welle sofort mitgenommen und ich wurde untergetaucht und herumgewirbelt bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte. Ich wusste nicht wo oben und unten ist und nur durch den kräftigen Zug der „Leash“ an meinem Knöchel wusste ich, dass mein Board noch irgendwo in der Nähe sein musste.


Als ich auftauchte habe ich mich einfach komplett überfordert gefühlt. Ich bin wieder auf mein Surfboard und habe versucht zur Seite zu paddeln so wie es uns Nick gesagt hatte. Während dem Versuch zur Seite zu paddeln, um auch den anderen Surfern nicht im Weg zu sein, wurde ich von weiteren Wellen erfasst und wurde wieder vom Board runtergeworfen. Irgendwie schaffte ich es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt und war froh einmal warten zu können und wieder etwas Kraft zu tanken. Da hatte ich mich aber zu früh gefreut – da ich ja noch immer am offenen Meer war, kamen auch während des Wartens Wellen auf mich zu und da es mein 1. Mal auf dem Surfboard überhaupt war hatte ich keinen Plan wie ich mit diesen Wellen umzugehen hatte. Ich wurde laufend vom Board gewirbelt und versuchte zwischen den Wellen wieder auf das Board raufzukommen. Es kostete mich sehr viel Kraft und ich versuchte tief durchzuatmen, um nicht komplett zu verzweifeln.


Nach ungefähr zwei Stunden ging es wieder zurück zum Strand und allein der Weg raus aus dem Meer war super aufregend. Nick schob mein Board an damit ich möglichst nah dem Ufer kam. Im seichten Wasser waren auf diesem Strand Steine und Korallen und somit keine gute Stelle, um im Wasser zu stehen und selbstständig rauszugehen. Kurz bevor ich mit dem Board das Ufer erreicht habe, hat mich nochmal eine Welle erfasst und ich wurde in diesem seichten Wasser mit steinigem Untergrund nochmals vom Board geschleudert. Durch das Streifen auf dem steinigen Untergrund hatte ich einige Abschürfungen auf den Beinen. Ich versuchte schnellstmöglich aufzustehen, nahm mein Board und ging das letzte Stück zum Strand, bevor die nächste Welle kam.


Ich ging komplett erschöpft zu unserem Ausgangsplatz zurück, legte mein Surfboard ab, setzte mich auf dieses und atmete erstmal ein paarmal durch. Das Adrenalin ließ nach, ich zitterte vor Angst am ganzen Körper und mir kamen die Tränen vor lauter Überforderung. Ich dachte mir nur: „Wieso wollte ich Surfen unbedingt ausprobieren?“

Im Gespräch mit den anderen Surfern bekam ich dann die Info, dass die Bedingungen des heutigen Tages sehr schlecht für absolute Anfänger waren und dass die Tage davor viel einfacher waren mit deutlich kleineren Wellen und auch die Strände, auf denen sie geübt haben, viel besser geeignet, weil absolute Sandstrände und daher die Verletzungsgefahr nicht so hoch wie auf diesem Strand. Ich war auch die Einzige in der Gruppe, für welche es wirklich der allererste Surf-Tag überhaupt war – somit sehr erschwerte Start-Bedingungen.


Während der Pause am Strand habe ich überlegt ob ich es wirklich wagen sollte für die zweite Einheit nochmal ins Wasser zu gehen. Ich war körperlich total erschöpft und hatte extrem Angst mich zu verletzen bzw. möglicherweise andere zu verletzen, weil ich absolut keine Kontrolle über mein Board hatte. Ich gab mir dann einen Ruck – mit diesem Gefühl wollte ich meinen Surf-Versuch nicht beenden – und entschied mich auch bei der 2. Einheit mitzumachen.


Bevor wir zurück ins Wasser gingen, habe ich Nick gebeten mir zu erklären, wie ich mit den Wellen umzugehen habe, während ich am offenen Meer wartete. Er erklärte mir die Optionen je nach Art der Welle und ich redete mir ein, dass ich nun besser vorbereitet bin und versuchte mit etwas mehr Selbstbewusstsein in diese zweite Einheit zu starten.

Die zweite Einheit war etwas besser als die erste Einheit. Eine andere Surferin mit mehr Erfahrung half mir beim Umgang mit den Wellen und am Ende beim letzten Versuch konnte ich die Welle sogar stehen, bevor ich im Wasser wieder herumgewirbelt wurde.


Insgesamt war dieser Tag sowohl körperlich als auch emotional extrem herausfordernd für mich. So hatte ich mir meinen ersten Surf-Versuch nicht vorgestellt. Aber ich bin stolz, dass ich mich nach der ersten Einheit nochmal überwunden habe weiterzumachen und das Erfolgsgefühl am Ende eine Welle zu stehen war zugegebenermaßen schon sehr gut.


Falls ihr Erfahrungen habt: Wie war euer erster Surf-Versuch? 😊

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